25 März, 2021 durch
Fortbestehensprognose für jedes Unternehmen
MBU Consulting Gmbh & Co KG, Martin Buchegger
Fortbestehensprognose für jedes Unternehmen
Die Herausforderung der Digitalisierung
        2016 wurde seitens der Kammer der Wirtschaftstreuhänder in Kooperation mit der Wirtschaftskammer Österreich der „Leitfaden Fortbestehensprognose“ erstellt. In diesem Leitfaden wurde von der Arbeitsgruppe unter Berücksichtigung des Standes der Judikatur beschrieben, welche Elemente eine Fortbestehensprognose enthalten soll und wann sie zu erstellen ist. Im Wesentlichen ist – untermauert durch eine integrierte Planrechnung – plausibel darzulegen, dass ein Unternehmen mit überwiegender Wahrscheinlichkeit seine Zahlungsfähigkeit aufrechterhalten kann und in überschaubarer Zeit wiederum die Gewinnzone erreichen wird. 

        In der Regel sind es die finanzierenden Banken, oder auch die Steuerberater, die den Unternehmer auf die Notwendigkeit der Vorlage einer Fortbestehensprognose aufmerksam machen, wenn buchmäßig negatives Eigenkapital besteht oder das Unternehmen in der Krise ist.

        In Österreich hat sich die Fortbestehensprognose daher in den letzten Jahren als das Instrument etabliert, auf dessen Grundlage sich involvierte Finanzgläubiger ein Bild über die Zukunftsfähigkeit von Unternehmen erarbeiten. 


        Ende der COVID-19 bedingten Erleichterungen für insolvenzgefährdete Schuldner
        Durch legislative Maßnahmen im 2. COVID-19-Justiz-Begleitgesetz wurden Schuldnern Erleichterungen gewährt. Unter anderem wurde eine Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bei Überschuldung geregelt. Demnach besteht bei einer im Zeitraum von 1. März 2020 bis 30. Juni 2021 eingetretenen Überschuldung keine Verpflichtung des Schuldners, bei Überschuldung einen Antrag auf Eröffnung des Insolvenzverfahrens zu stellen. 

        Nach Ablauf dieser Frist besteht für Kapitalgesellschaften  wieder Insolvenzantragspflicht bei Überschuldung. Eine positive Fortbestehensprognose führt dazu, dass trotz buchmäßiger Überschuldung kein Insolvenzantrag gestellt werden muss.

        Grund genug, sich jetzt schon mit dem Thema Fortbestehensprognose näher zu befassen.

        „Jedes Unternehmen braucht eine Fortbestehensprognose“
        …so lautet das Eingangsstatement des Leiters der Arbeitsgruppe Fortbestehensprognose, Dr. Alfred Brogyanyi. Und dem ist aus betriebswirtschaftlicher Sicht auch zuzustimmen. Denn es sind ja durchaus sinnvolle Themen die im Rahmen der Erarbeitung einer positiven Fortbestehensprognose behandelt werden.

        Gewinnt man doch dabei (unter Anderem) einen Überblick über
        die Lagebeurteilung hinsichtlich  der Unternehmenssituation und der Branche
        einschließlich der historischen Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage und
        der Analyse der Krisen- und Verlustursachen und befasst sich außerdem 
        mit Sanierungsmaßnahmen und dem zukünftigen Geschäftsmodell und stellt die Zukunft
        in einer Integrierten Unternehmensplanung samt Finanzplanung dar.

        Initiative "fortbestand.at"
        Martin Buchegger und Paul Pöltner haben sich nun unter der Initiative „fortbestand.at“ zusammen getan um Unternehmen bei der Erstellung von Fortbestehensprognosen gemäß den im Leitfaden 2016 beschriebenen Anforderungen zu erschwinglichen Konditionen zu unterstützen.

        Ziel ist es einen digitalen Prozess für die Erstellung von Fortbestehensprognosen aufzubauen. Die Leistungserbringung wird binnen einer Bearbeitungsdauer von 3 Wochen gelingen. Angeboten werden Pauschalpreise in Abhängigkeit von der Unternehmensgröße (Anzahl der Mitarbeiter).

        Mit "fortbestand.at" möchte man dazu beitragen, dass zukunftsbezogene Planzahlen nicht nur in der Theorie, sondern auch in der gelebten unternehmerischen Praxis den Stellenwert erhalten, den historische Istzahlen (Buchhaltung und Jahresabschlüsse) derzeit bereits haben. 

        Autoren:
        Martin Buchegger – Geschäftsführer von MBU Consulting
        Paul Pöltner – Geschäftsführer von Guiding Innovators